Sonntag, 14. November 2010

Serielle Konsole, Bootloader, etc.

WARNUNG: Hierbei wird die Hardware des Gerätes modifiziert, dadurch erlischt die Garantie und ihr seid selbst für etwaige Folgen verantwortlich!! Ihr lötet hier auf einer Platine, gute Lötkünste werden also vorausgesetzt.

In aller Kürze

Für die, die sich bereits auskennen:
Pinout für J5: 2,4,6=GND, 1=TX, 3=VCC, 5=RX, Konfiguration 115200 8N1.

Header/Board

Wie fast jeder Router besitzt auch das Pirelli-Modem einen Anschluss für eine serielle Konsole. Mit Hilfe eines seriellen Kabels kann somit auf das Gerät zugegriffen und unter anderem der Bootloader (Broadcom CFE) gesteuert und benutzt werden.Broadcoms CFE startet vor der eigentlichen Firmware, konfiguriert die Netzwerk-Hardware (also den Switch), wartet eine Sekunde lang auf einen Firmware-Download (TFTP) und startet dann die eigentliche Firmware.
Hat man ein serielles Kabel angesteckt, kann man innerhalb dieses 1-Sekunden Fensters den Startvorgang abbrechen und direkt mit dem Bootloader interagieren. So kann z.B. auch die Firmware direkt per Netzwerk-Boot gestartet werden, ohne den Flash benutzen zu müssen.

Pirelli hat zwar die Lötpunkte für die serielle Konsole herausgeführt, jedoch keinen Header eingelötet. Im folgenden Bild habe ich einen Header eingelötet und rot umrandet. Hier kann nun ein serielles Kabel angesteckt werden.

Der Pinout dieses Headers gleicht dem des ähnlichen Alice Gate VoIP 2 Plus Wi-Fi Business Routers:

2, 4, 6 = GND; 1 = TX, 3 = VCC, 5 = RX.

VCC habe ich bisher nicht getestet, da mein Kabel vom PC versorgt wird.

Kabel

Die serielle Schnittstelle des Computers arbeitet mit ca. 12V während die des Modems auf TTL-Pegeln arbeitet. Daher müssen die Pegel angepasst werden, macht ihr das nicht, könnt ihr sowohl die serielle Schnittstelle, als auch das Modem zerstören!!
Entweder baut ihr euch selbst ein derartiges Kabel, zB mit Hilfe des MAX232, oder ihr nehmt ein altes, serielles Datenkabel eines Mobiltelefons - zB von Nokia. USB-Kabel funktionieren in der Regel NICHT! Mein Kabel ist ein Noname Siemens-Datenkabel, das ich vor Jahren um €2,- auf ebay erstanden habe. Einfach abzwicken und die Kabel richtig mit dem Header verbinden.
Ein kleines Bild des Kabels:

Software

Ein Terminal-Programm wie HyperTerminal wird für die Nutzung der seriellen Konsole benötigt. Bei einigen Windows-Versionen wird dies nicht mehr mitgeliefert, daher kann alternativ PuTTY verwendet werden (unter Linux zB Minicom).
Die Konfiguration der Schnittstelle ist 115200 baud, 8 databits, 1 stop bit, no parity (115200 8N1).

Wenn alles richtig gelötet und verbunden ist, seht ihr sofort beim Einschalten des Modems Meldungen der CFE im Terminal-Programm. Der Output meiner Box sieht in MiniCom so aus:


1 Kommentare:

C.K hat gesagt…

Speaking of the board: is it possible to solder a RJ-12 socket between DSL and LAN1 and get FXO?

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